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Swift Patrol Boat - US Navy Küstenboot

Immer wieder bin ich in Modellbauzeitschriften auf Projekte gestossen, die auf Plastikbausätzen basieren. Da mein aktuelles Projekt mangels Zeit nur schleppend vorankommt und ich oft unterwegs bin, kam mir der Gedanke mich auch an so einem Zwischenprojekt zu versuchen, da ja bei solchen Kits alles weitestgehend aufbereitet ist kann das ja nicht lange dauern, so zumindest die ursprüngliche Idee...

Bei meinen Recherchen stiess ich haufenweise auf grosse Schlachtschiffe aus den beiden Weltkriegen, Der Masstab dieser Modelle war mir ein wenig zu klein und auch die schmalen Rumpfformen bereiteten mir sorgen, was die Stabilität im Wasser betrifft. Eines Tages stiess ich jedoch auf einen eher unbekannten Revell-Bausatz eines US Küstenbootes aus der Vietnam-Ära im Massstab 1:48, bei dem ich sofort wusste, dass ich fündig geworden bin.

An dieser Stelle ein paar Worte zum Original: 1965 vergab die US-Regierung den Auftrag zur Entwicklung eines Patrouillenbootes, dessen Hauptaufgabe es sein würde im weitläufigen Wasserstrassennetz Vietnams dafür zu sorgen, den Waffennachschub der Guerillakämpfer zu unterbinden. Innnert kürzester Zeit wurde die neue Bootsklasse entworfen und an die Truppen geliefert. Auf den Booten war Platz für bis zu 7 Mann Besatzung, die Bewaffnung bestand aus einem Zwillings-M2-MG und einem sogenannten "Piggyback"-Mörser, der Kombination aus einem M2-MG mit darunterhängendem Granatwerfer. Insgesamt wurden zwischen den Jahren 1965 bis 1973, 181 Exemplare gebaut und ausgeliefert

Swift Patrol Boats während ihres Einsatzes in den Gewässern Vietnams

Der Revell-Bausatz besteht im wesentlichen aus 3 Elementen: Rumpf, Deck, sowie dem Steuerstand. Als erstes wurde mittels einer Fräse die Decksfläche unter dem Steuerstand ausgeschnitten und somit ein Zugang zu den elektronischen Komponenten geschaffen. Da dies ein Zwischenprojekt werden sollte, wollte ich auch die Kosten eher gering halten, so kam ich auf die Idee ein Spielzeug-Boot als Spender für Antrieb und Fernsteuerung zu suchen. Ich habe mich für einen Spender entschieden mit den etwa selben Dimensionen wie mein Patrouillenboot, sodass ich bezüglich Gewicht der Komponenten auf der sicheren Seite war.

Das Spielzeugboot wird über die separate Ansteuerung zweier gegenläufiger Schrauben gelenkt, somit konnte ich mir den Einsatz von Rudern und Ruderservo ersparen. Nach einer kurzen Testfahrt wurde das Spielzeugboot demontiert und die Komponenten ausgeschlachtet, leider erwiesen sich die Wellen als zu grob und ich musste schmälere Wellen mit entsprechenden Schrauben besorgen. Die Zeit bis zur Lieferung nutzte ich für den Zusammenbau der Aufbauten

links die Spenderkomponenten, rechts die fertig lackierten Aufbauten

Nachdem dem Eintreffen der bestellten Teile, konnte endlich die schwierigste Aufgabe angegangen werden; der RC-Umbau des Rumpfes. Mittels einer Fräse wurden die Öffnungen für die Aufnahme der beiden Wellen angebracht. Die Schiffswellen verlaufen im Vergleich zum Original etwas steil, aber es musste Platz für die beiden gegenläufigen 26 mm-Schiffspropeller geschaffen werden (massstabsgetreue Propeller wären zu kostspielig gewesen). Durch die Neigung der Schiffswellen, ragen die beiden Bürstenmotoren schliesslich ein wenig über den Rumpf hinaus, werden aber später durch die Aufbauten verdeckt. Im Sinne der Gewichtsersparnis und angesichts der ohnehin schon relativ engen Platzverhältnisse wurde auf Schlauchkupplungen zurückgegriffen.

Einbau der Antriebskomponenten

Der Rumpf wurde für einen ruhigeren Lauf der Schiffswellen um Wellenhosen aus Polystyrol ergänzt. Nach dem Verkleben und Verschleifen wurde der Rumpf zweifarbig lackiert und mit den Beschriftungen versehen. Die Motorenhalterung wurde noch durch einen zweiten Querspant zusätzlich stabilisiert, dann erfolgte ein erster Test der Schwimmlage im Spülbecken. Hierbei bestätigte sich mein Verdacht, dass das Modell buglastig sein würde, das Problem kann aber durch die Platzierzung des Akkus weiter achtern behoben werden. Hierzu wurde eine kleine Halterung aus Polystyrolstreifen in den Rumpf eingeklebt. Im Anschluss wurden Deck und Aufbauten auf dem Rumpf platziert, zu meiner Zufriedenheit werden die aus dem Rumpf ragenden Motoren, gut verdeckt und sind durch die kleinen Fenster kaum zu erkennen.

Der Rumpf wurde lackiert, das PCF nimmt allmählich Gestalt an

Nun wurden der Rumpf und das Deck dauerhaft miteinander verklebt und es folgte die Anbringung letzter kleinerer Details wie die Reling und die Klampen. Danach wurde das Ganze mit 2 bis 3 Schichten mattem Klarlack versiegelt. Nachdem die  überproportionalen Schiffsschrauben wieder ihren angestammten Platz eingenommen hatten, konnte zu guter Letzt die US-Flagge gehisst und die Besatzung an Bord genommen werden. Das Swift Patrol Boat ist bereit für seinen ersten Einsatz 

Das fertig gestellte Swift Patrol Boat auf seinem Ständer

Nach einigen Testfahrten hat sich herausgestellt dass die Kurvenfahrt für ein Patrouillenboot doch sehr zu wünschen liess. Das Problem: Mangels Ruder wird der Kurvenradius alleine über das Ansteuern einer einzelnen Schraube erzielt, dies erwies sich auch nach verschiedenen Versuchen mit Trimmgewicht als nicht ausreichend. Der verbaute Fahrregler wurde  gegen einen günstigen Regler für Kettenfahrzeuge ausgetauscht, nun drehen sich bei Kurvenfahrt die Schrauben gegengerichtet und der Radius hat sich deutlich verringert. Bei Geradeausfahrt ist das Swift Patrol Boat extrem schnell unterwegs, das heimische Testbecken ist binnen Sekunden durchquert, ist zwar keine Scale-Geschwindigkeit macht aber mächtig Spass

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