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Caribou- Ein kanadisches Dozer Boat

Über einen Artikel bin ich auf diesen Bootstyp aufmerksam geworden und derzeit kursiert ein handlicher Bausatz durch die Modellbauforen. Meine Recherchen bei einem chinesischen Onlinehändler haben sich gelohnt, ein paar Wochen später kam der kleine Bausatz bei mir an. Wenn das Boot einmal fertig ist, soll es wie im Original zum Ziehen und Schubsen eingesetzt werden, allerdings nicht für Baumstämme, sondern um havarierte Modellboote zurück ans Ufer zu bringen.

Typgleiches Modell,  (Masstab 1:18)

Nach dem Öffnen des Karton, erhält man schnell einen Überblick über den Baukasten. Die Teile sind soweit sauber ausgeschnitten und die Kleinteile in einer kleinen Box sicher aufbewahrt, insgesamt machen die Bauteile einen guten Eindruck. Der Zusammenbau des Rumpfes erfolgt auf einem Helingbrett und schon bereits nach wenigen Bauschritten lässt sich die spätere Form des Bootes erahnen. Angesichts der speziellen Rumpfform, dürfte das Boot später ziemlich unruhig im Wasser liegen, womöglich werden später Trimmgewichte notwendig sein.

Der Rumpfaufbau in Kopfüber-Bauweise

Die Beplankung gestaltet sich mit drei Bauteilen (Rumpfboden und Seitenteile) an und für sich simpel, allerdings weist die Rumpfform sehr starke Biegungen auf, was die Passung schwierig gestaltet. Die Spanten wurden gestrakt und die Seitenteile über Wasserdampf gebogen, dennoch ergaben sich beim Verkleben grosse Spannungen und die eine oder andere Stelle wurde in Mitleidenschaft gezogen. Schliesslich konnte der Rumpf aber dennoch erfolgreich beplankt werden, kleinere Spalten und diverse Ungenauigkeiten werden später zugespachtelt.

Die Beplankung wird angebracht

Während die Verklebung des Rumpfes aushärtet, wurde schon Mal mit dem Zusammenfügen der Aufbauten begonnen. Diese sind aus ABS und relativ schlicht gehalten. Auch hier ist das Material bereits sauber ausgeschnitten, es ist kaum Nacharbeit vonnöten. Einzig das Anpassen einzelner Kanten gemäss den erforderlichen Winkeln muss vorgenommen werden. Ausser einem Steuerstand und einer Abdeckung für die Mechanik ist bei diesem Bootstyp im allgemeinen nichts an Aufbauten anzutreffen, dementsprechend schnell geht auch dieser Schritt von der Hand. Die Einpassung der Aufbauten in das Deck erfolgt logischerweise am besten erst nachdem dieses mit dem Rumpf verklebt wurde

Blick auf das Instrumentenbrett. Die Aufbauten im Rohstadium zusammengestellt

Die Wellenhalterung aus Resin wurde in den Rumpf eingepasst, hierzu werden Motorträger inklusive Motor, Welle und Kupplung probeweise zusammengeführt und dann alles eingeklebt, so ist sichergestellt dass der Antrieb später rund und geräuscharm läuft. Der mitgelieferte Propeller wird über einen Dog Drive mitgeführt und wird mit einem Stellring auf der Welle gesichert., mangels Anleitung musste ich ein wenig pröbeln bis ich für jedes Teil des Antriebsstrangs den angestammten Platz gefunden hatte. Leider fand sich in meinem Bausatz lediglich ein recht fragil wirkendes Ruderblatt, von  Ruderkoker, Ruderschaft und Ruderhorn fehlte jede Spur. Kurzerhand wurde ein Ruder der Firma Graupner mit ähnlichen Massen bestellt und verbaut. Im Anschluss wurde der gesamte Rumpf verspachtelt und verschliffen. Dann wurden probeweise die elektronischen Komponenten im Rumpf installiert, viel Platz ist hier nicht vorhanden.

Das eingebaute Ruder und die Wellenhalterung. Ein wenig chaotisch aber wenigstens passt alles rein

Auch an den Aufbauten wurde weiter gearbeitet: Kabine und Motorabdeckung wurden mit weiteren Details versehen und stellenweise mit Spachtel ausgebessert. Wenn erst das Deck eingesetzt wird gibt es keine Möglichkeit mehr an das Ruder zu gelangen was unter Umständen aber durchaus sinnvoll wäre. Ich habe daher im Heckbereich eine kleine Aussparung ausgesägt, und mit einem Poller aus Rundhölzern und Polystyrolstücken ausgestattet. So komme ich später zum einen an die Mechanik heran und habe zum anderen die Möglichkeit etwas zu schleppen. 

Der Poller im Heck als Zugang zum Ruder. Die Maschinenabdeckung erhält Details

Bei der Suche nach Fotos von originalen Dozer Boats stiess ich immer wieder auf käfigähnliche Konstruktionen die Ruder und Propeller von Beschädigungen durch Baumstämme schützen sollen. Ich beschloss der Caribou ebenso ein solches Gerüst zu spenden, dies verleiht dem Boot einen  besonderen Charakter und die Frage nach dem Bootsständer erübrigt sich auch. Der Käfig wurde aus Messingröhren zusammengelötet, passende Löcher in den Rumpf gebohrt und schliesslich mit 2K-Kleber eingeharzt.

Links im Original, rechts der verlötete Schutzkäfig am Modell

Nachdem die Arbeiten am Schutzkäfig vollendet waren und die Elektronik ihren Platz im Rumpf gefunden hatte, konnte das Deck eingeklebt werden. Im Anschluss wurde die Schubleiste am Bug montiert und die Scheuerleiste um den Rumpf gezogen. Viele Dozer Boats verfügen über eine Vielzahl an Verstärkungsleisten am Rumpf, dieses Detail wollte ich auch bei der Caribou umsetzen, also kamen noch weitere Leisten aus Polystyrol hinzu. Nach dem Anbringen dieser Rumpfdetails wurde abermals gespachtelt und geschliffen um Unebenheiten zu beseitigen. An dieser Stelle sei gesagt dass ich den Anspruch auf Perfektion bei diesem Schritt beiseite Schob, immerhin ist dies ein Arbeitsboot und wird bewusst in Baumstammgruppen reinmanövriert, ein makelloser Rumpf wäre daher ohnehin Fehl am Platz.

Der Rumpf nimmt Gestalt an

Das Schanzkleid am Bug wurde montiert und der gesamte Rumpf im Anschluss mit Kunststoffprimer vorbehandelt. Danach folgten mehrere Farbschichten mit schwarzem Lack aus der Sprühdose. Das Deck soll später einen grauen Anstrich erhalten, hierfür muss aber zuerst noch der Süllrand für die Aufbauten eingeklebt werden.

Der fertig lackierte Rumpf 

Der Süllrand für die Aufnahme der Aufbauten wurde eingeklebt und das Deck mit dem Pinsel lackiert. Die Aufbauten wollten nicht so ganz auf den Süllrand passen und mussten nochmals leicht korrigiert werden. Nach der Behebung dieses Problems konnte der Führerstand lackiert werden. Zuerst wurde das Bauteil mit einem Kunststoffprimer grundiert dann folgte der Farbaufbau, beginnend mit weiss und darüber einen Streifen in gelb gehalten. Zum Abkleben kam das bewährte Tamiya-Band zum Einsatz.

Es kommt Farbei ins Spiel

Nach den grossflächigen Lackierarbeiten ging es an die Ausdetaillierung des Fahrstandes. Das Cockpit erhielt farbige Knöpfe und Instrumente, der im Baukasten enthaltene Rettungsring wurde bemalt und steuerbordseitig am Fahrstand montiert.  Das mitgelieferte Steuerrad wirkte zu filigran und wurde mittels eines aufgebohrten Knopfes auf eine realistischere Dicke gebracht. Zur Vervollständigung der Steuerelemente erhielt das Cockpit noch einen Gashebel aus gebogenen Messing und Balsa. Der Kabinenboden erhielt eine Decksbeplankung darauf platzierte ich noch einen Sitz aus Messing und Sperrholz für den Bootsführer. Die Scheiben wurden eingesetzt und erhielten schwarze Fensterrahmen. Auf dem Dach des Steuerstands wurden noch zwei mit LED ausgerüstete Scheinwerfer montiert, diese können wahlweise normal oder aber blinkend betrieben werden. Die im Bausatz enthaltenen Reifenfender wurden mittels Ösen und Ketten am Rumpf montiert und die beiden Schriftzüge angebracht. Zuletzt wurde noch der Auspuff lackiert, leicht geschwärzt und auf der Motorabdeckung angebracht. 

Blick in den Steuerstand
Die Caribou kurz vor der Fertigstellung, von Steuer- und Backbord

Als kleine Referenz an die nordamerikanische Heimat der Boom Boats wurde kurzerhand ein Flaggenmast montiert und die kanadische Flagge gehisst. Weil die Caribou ein Arbeitsboot ist und dementsprechend beansprucht wird, habe ich noch eine im Masstab passende Werkzeugkiste an Bord gebracht. Als letzter Schritt zur Fertigstellung machte ich mir Gedanken zum Transport und beschloss aus Sperrholz eine passende Kiste zu zimmern. Ich pflege meine Transportkisten jeweils mit zurecht geschnittenen Schaumstoffmatten auszukleiden, so sind meine Modelle gut geschützt.

Gut verpackt kann es an den Teich gehen 
Fortsetzung folgt
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